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Inszenierte Gewalt. „Happy slapping“ als neues Phänomen jugendlicher Gruppengewalt. Eine explorative Studie im Raum Trier
I. Fragestellung und Forschungsprogramm
Aus England kommend bezeichnet der Begriff „Happy slapping“ eine neue Form von Gewalt Jugendlicher. Er umschreibt ein spezifisches Gewaltphänomen, wobei Jugendliche andere Personen verprügeln, dies mit der Mobiltelefon-Kamera dokumentieren und anschließend verbreiten.
Im Rahmen des Projektes wurden „Happy slapping“-Phänomene empirisch betrachtet. Forschungsleitend war dabei die Gewaltinszenierungen und Gewaltdokumentationen in ihrer Bedeutung für die jugendlichen Akteure nachzuzeichnen. Angestrebt wurde dabei eine „dichte Beschreibung“ des subjektiven Sinns der jugendlichen Akteure.
II. Methodische Vorgehensweise
Einsatz von qualitativen Forschungsmethoden:
- Experteninterviews mit Vertreterinnen und Vertretern von z.B. Sozialarbeit, Schule, Polizei, Opferberatungsstellen in der Region Trier sowie in London (UK)
- Analyse von Gewaltclips aus verschiedenen Internetportalen
- Qualitative Leitfadeninterviews mit jugendlichen Tätern, die Gewalt inszenieren und dokumentieren; mit Opfern von inszenierter und dokumentierter Gewalt und mit Schlägern, die eine Dokumentation ihrer Gewalt ablehnen.
III. Rahmendaten und Kontakt
Laufzeit: 01.09.2006 – 30.06.2008
Förderung: Nikolaus Koch Stiftung Trier
Kontakt:
Dr. Judith Hilgers
AG sozialwissenschaftliche Forschung und Weiterbildung (asw) e.V. an der Universität Trier
Universitätsring 15
54286 Trier
Judith.Hilgers@
asw-trier.de
Judith Hilgers ist bei der asw nicht mehr telefonisch erreichbar. Bitte kontaktieren Sie sie bei Interesse per e-mail. Sie wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen.
IV. Veröffentlichungen
Hilgers, J. (2008): Inszenierte Gewalt. "Happy slapping" als Phänomen jugendlicher Gewalt, in: Deutsche Hochschule der Polizei (Hrsg): Jugendkriminalität [CD-Rom].
Hilgers, J. / Erbeldinger, P. (2008): Gewalt auf dem Handy-Display. Lebenswelten und Motive von sogenannten ‚Happy slappern’, in: merz, Medien und Erziehung, Zeitschrift für Medienpädagogik, Heft 1/2008.
Hilgers, J. (2009): Inszenierte und dokumentierte Gewalt unter Jugendlichen - Befunde aus einem empirischen Forschungsprojekt, in: Gewalt ist keine Lösung. Medienpaket Gewaltprävention. Film und Unterrichtsmaterial für Schüler ab 12 Jahre, Polizeidirektion Waiblingen, Kriminal- und Verkehrsprävention.
Hilgers, J. (2010): Inszenierte und dokumentierte Gewalt als reale und digitale Erlebniswelt, in: Dittler, U./Hoyer, M. (Hrsg.): Chancen und Gefahren des Aufwachsens in digitalen Erlebniswelten aus medienpsychologischer und medienpädagogischer Sicht, München.
Hilgers, J. (2010): Inszenierte und medial dokumentierte Gewalt unter Jugendlichen: Akteure, Erscheinungsformen, Motive und Hinweise für die schulische Gewaltprävention, in: Gehl, G. (Hrsg.): Auswege aus der Gewalt an Schulen, Projekte und Konzepte, Band 3, Weimar (eingereicht).
Hilgers, J. (2009): "Du brauchst nur ein Handy und dein Fäuste." Inszenierte und dokumentierte Gewalt Jugendlicher. Eine qualitative Untersuchung von 'Happy slapping'-Phänomenen, Dissertation, Trier (erscheint 2010 im VS Verlag für Sozialwissenschaften).
